Veranstaltungen 2017

Benefizspiel

Dr. Tobias Kaltenbach von den Main-Taunus-Klinken posiert mit Charly Körbel (links) und Fredi Bobic (rechts).

Ein Elfmeterschießen schon in der Halbzeit – soweit gehen die von der FIFA vorgeschlagenen Regeländerungen dann doch nicht. Dieses spaßige „Spiel während einer Partie“ gab es am Mittwochabend während des Benefizspiels zwischen einer Auswahlmannschaft der Main-Taunus-Kliniken und der Traditionsmannschaft von Eintracht Frankfurt. Gegen eine kleine Spende durften Hobby-Kicker vom Punkt aus gegen den ehemaligen Profi-Torwart Hans Steinle antreten. Davor und danach wurde jeweils 45 Minuten gegen den Ball getreten – so, wie es seit jeher gehandhabt wurde. Geht es aber nach dem Fußball-Weltverband FIFA, so sollen Spiele künftig nur noch 60 Minuten „Nettospielzeit“ dauern, bei Unterbrechungen soll – wie im Basketball – die Zeitnahme gestoppt werden. Das Höchster Kreisblatt nutzte die Gelegenheit in Neuenhain und hat ehemalige Fußballprofis zu diesen und weiteren Änderungsvorschlägen befragt.

Illusorische Ideen

Eintracht Frankfurts Sportvorstand Fredi Bobic, der erstmals für die Traditionself der Frankfurter Eintracht auflief, sieht in der Verkürzung der Spielzeit an sich kein Problem. „Rechnet man Unterbrechungen heraus, dann wird auch jetzt in etwa 60 Minuten gespielt“, so Bobic. Was aber radikalere Vorschläge betrifft – etwa fliegende Spielerwechsel, Abschaffung der Abseitsregel und Punktabzug oder ein Gegentor nach Kritik am Schiedsrichter – findet der frühere Nationalspieler deutliche Worte. „Da wird in der Regel im Sommer, während der gefühlten sauren Gurkenzeit des Fußballs, viel diskutiert und auch viel an den Haaren herbeigezogen“, sagt Bobic, „aber da muss man eigentlich gar nicht drauf eingehen, denn vieles halte ich für illusorisch.“ Sein Plädoyer fällt daher eindeutig aus: „Lasst den Fußball, wie er ist!“

„Zu kompliziert“

Dieser Meinung schließt sich die wohl größte Legende der Frankfurter Eintracht an. Mit der Erfahrung aus 602 Erstliga-Partien für die SGE macht Bundesliga-Rekordspieler Charly Körbel in Sachen Fußball so schnell niemand etwas vor. Der „ewige Charly“ hält viele der geplanten Innovationen für überflüssig. „Ganz ehrlich, mir ist das alles zu kompliziert“, sagt er und verweist dabei auf den jüngst eingeführten Videobeweis. „Fehlentscheidungen gleichen sich früher oder später immer aus“, so Körbel.

Belastung ist höher

Einzig, was die Belastung für aktuelle Profi-Fußballer angeht, hält er Änderungen wie verkürzte Spielzeiten für überlegenswert, wenn auch nur unter Vorbehalt. „Natürlich ist die Belastung heute höher“, gesteht Körbel, „man muss sich ja nur einmal die Bayern anschauen, die 70 bis 80 Spiele pro Saison machen.“ Würde man aber mit den Spielern reden, so seien diese stets für möglichst viel Spielzeit.

Zudem sei mit der Belastung auch der Betreuungs-Umfang für die Profis gewachsen. „Ich habe das zuletzt wieder beim Trainingslager der Eintracht in Abu Dhabi gesehen“, erklärt der Spielführer der Traditionsmannschaft weiter, „da war ein Stab von 20 Mann mit dabei. Fast jeder Spieler bekommt mittlerweile einen eigenen Betreuer abgestellt.“ Zusätzliche Regeländerungen seien da eigentlich gar nicht zwingend nötig. Wer mag da einer lebenden Legende widersprechen?

Gespannt auf das Spiel- und Spendenergebnis zugunsten der Seniorenresidenz Main-Taunus-Kreis sind, von links: Michael Prager, Vereinsvorsitzender des FV 08 Neuenhain, Klinikgeschäftsführer Dr. Tobias Kaltenbach, Charly Körbel, Klinikgeschäftsführer Helmut Krechel und Sportkoordinator der Kliniken, Slobodan Vujancevic.

Ein Unentschieden und Spenden für die Seniorenresidenz im Visier

Am 21. Juni um 19 Uhr trifft die Traditionsmannschaft der Eintracht zum Benefizspiel auf die Mannschaft der Kliniken. Bei der inzwischen zur Tradition gewordenen Begegnung in Bad Soden-Neuenhain hat die Klinikmannschaft in diesem Jahr als Spielergebnis ein Unentschieden im Visier. „Nach dem knappen Sieg der Eintracht im vergangenen Jahr peilen wir diesmal einen Gleichstand an“, ließ Spielführer und Klinikgeschäftsführer Dr. Tobias Kaltenbach durchblicken. Die Eintracht tritt, angeführt von der Fussball-Legende Charly Körbel, mit zahlreichen Altstars aus früheren Bundesliga-Zeiten an. „Das wird wohl die stärkste Mannschaft, mit der wir jemals gegen die Kliniken gespielt haben“, prognostizierte Charly Körbel. Auch Uwe Bein, Ervin Skela, Rudi Bommer und Uwe Bindewald hätten für das Benefizspiel in Neuenhain zugesagt.
Die durch das Spiel eingeworbenen Spenden kommen in diesem Jahr den Bewohnern der Seniorenresidenz Main-Taunus-Kreis in Eppstein zugute. In der klinikeigenen Altenpflegeeinrichtung leben bis zu 79 Menschen in naturnaher Umgebung. Ihre Mobilität soll durch die Anschaffung eines behindertengerechten Kleinbusses erleichtert und regelmäßige Ausflüge sowie Besorgungsfahrten in der Umgebung ermöglicht werden.

Der Eintritt zum Spiel ist frei. Den Anstoß für das Benefizturnier auf dem Sportplatz "Am Sauerborn" des FV 08 Neuenhain um 19 Uhr übernehmen der erste Kreisbeigeordnete Wolfgang Kollmeier, der Bad Sodener Bürgermeister Norbert Altenkamp und Bürgermeister Christian Seitz aus Kriftel.

   Offizieller Ausrüster